Traumatologie

Traumatologie umfasst die Behandlung von Verletzungen durch Unfallfolgen. Dabei werden Verletzungen der Halte- und Stützgewebe (Knochen und Bänder) und Verletzungen der Weichgewebe (Haut und Muskulatur, innere Organe) unterschieden. Häufig liegen Mischformen beider Verletzungsarten vor.

Weichteilwunden werden durch feine Nähte rekonstruiert, die die verletzten Gewebsanteile schichtweise unter Erhalt von Funktion und Ästhetik wieder zusammenfügen.

Knochenbrüche des Gesichtsschädels werden mit Miniplatten und -schrauben versorgt. Das verwendete Material besteht aus Reintitan und zeigt keinerlei Abstoßungsreaktionen im menschlichen Körper. Die Platten haben eine Dicke von 1 bis wenigen Millimetern, sie fallen den Patienten somit nach einer Versorgung meist nicht störend auf.

Bis zum kompletten Ausheilen eines Bruches vergehen nach primärer Einheilung der Bruchfragmente innerhalb 6 Wochen insgesamt ca. 12 Wochen. Nach einem Zeitraum von insgesamt 3 Monaten können die eingebrachten Platten und Schrauben entfernt werden. Man kann diese jedoch auch im Körper belassen, es sei denn, sie werden als störend empfunden, was selten auftritt.

Die Versorgung von Weichteilverletzungen und kleineren knöchernen Verletzungen ist in örtlicher Betäubung möglich. Die knöcherne Versorgung wird jedoch bis auf wenige Ausnahmen in Vollnarkose durchgeführt. Sie ist meist von der Mundhöhle aus möglich, sodass keine sichtbaren äußeren Narben entstehen.

Die rekonstruktive Traumatologie befasst sich mit der Wiederherstellung größerer Verletzungen und mit dem Ersatz unfallbedingter Gewebsverluste. Rekonstruktive Eingriffe erfolgen meist geplant im 2. oder 3. Schritt nach der Primärversorgung, wobei die Rekonstruktion der Gewebe dabei selbstverständlich unter funktionellen und ästhetischen Gesichtspunkten erfolgt.

Dies ist entweder über lokale Gewebsplastiken oder körpereigene Gewebstransplantationen möglich. Weichgeweblich werden Defekte über lokale Lappenplastiken mittels Gewebsverschiebung oder über Transplantation von körpereigenem Gewebe aus entfernten Körperregionen (Rücken, Bein, Arm) und anschließendem mikroskopischen Gefäßanschluss gedeckt.

Zum Ersatz knöcherner Gewebe bietet sich häufig die Entnahme und Transplantation von eigenem Beckenknochen an.