Kiefer, Mund und Kiefergelenk

Mundschleimhaut und Zahnfleisch
Eine gesunde Mundschleimhaut (Mukosa) und ein gesundes Zahnfleisch (Gingiva) mit einer intakten Keimflora sind die Basis für stabile orale, parodontale und dentale Verhältnisse. Mukosa und Gingiva scheiden den zahntragenden Halteapparat ein. Ihre Gesundheit bestimmen damit maßgeblich das Auftreten von Karies und parodontalem Zahnverlust. 

Andauernde Noxen (schädigende Einflüsse) wie z. B. das Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum wirken sich neben einer schlechten Mundhygiene und falscher Ernährung entscheidend negativ auf die orale Gesundheit aus.

Die Munschleimhaut ist u. a. „Spiegel“ vieler extraoraler Erkrankungen. Mundschleimhauterkrankungen unterliegen der regelmäßigen und intervallhaften Beobachtung durch einen Spezialisten und können je nach Art und Zustand lokal oder systemisch behandelt werden. 

Wenige Erkrankungen erfordern eine interdisziplinäre Therapie des MKG-Chirurgen und des Zahnarztes mit Hautärzten und Internisten. Durch die fachgerechte Untersuchung der Mundschleimhaut, u. a. im Rahmen einer Fokussuche, können auch Krankheiten diagnostiziert werden, die den gesamten Organismus betreffen – eine regelmäßige Kontrolle ist also empfehlenswert.


Kieferhöhle

Ein Teil der akuten und chronischen Infektionen der Kieferhöhlen geht von den Seitenzähnen des Oberkiefers aus. Des Weiteren kommt es durch fortgeleitete Infektionen aus der Nase, den benachbarten Nasennebenhöhlen, dem Rachen und den tiefen Atemwegen zu Entzündungen der Kieferhöhlen.

Da die Wurzelspitzen der Seitenzähne des Oberkiefers häufig in die Kieferhöhle ragen, können sich Infektionen der Zähne ungehindert in die Kieferhöhle ausbreiten. Häufig entstehen auf diesem Wege bei chronischem Reiz sogenannte Mukozelen am Boden der Kieferhöhlen. 

Weitere mögliche Ursachen für Infektionen sind verbliebene Wurzelreste nach vorangegangenen Zahnextraktionen oder Fremdkörper/-stoffe, die durch Wurzelkanalbehandlungen in die Kieferhöhle geraten sind. 

Falls die medikamentöse Therapie nicht ausreicht, um die Infektion zu bekämpfen oder bei Einschlüssen von Fremdkörpern ist eine Operation und Inspektion der Kieferhöhle in örtlicher Betäubung notwendig.


Kiefergelenk
Das Kiefergelenk stellt eines der komplexesten Gelenke des menschlichen Körpers dar. Es besteht aus 3 Komponenten: Der knöchernen Kiefergelenkspfanne, dem knöchernen Köpfchen des Unterkiefers und der knorpeligen Zwischengelenksscheibe. Diese Knorpelscheibe, der „Discus articularis“ teilt das Kiefergelenk in einen oberen und unteren separat geschlossenen Gelenkraum. Im oberen Gelenkraum des Kiefergelenks findet primär die Gleitbewegung des Unterkiefers in Vorwärtsbewegung statt, im unteren Gelenkraum dahingegen die Rotationsbewegung der Mundöffnung. Durch diesen Aufbau sind differenzierte Dreh- und Gleitbewegungen zur Öffnung und Seitwärtsbewegung des Unterkiefers möglich.

Das Cranio-mandibuläre System
Zähne, Kaumuskulatur und Kiefergelenke sind Teil des „Cranio-mandibulären Systems“. Kiefergelenksprobleme sollten daher nie isoliert betrachtet werden. Komplexe nervale Regelsysteme aus Rezeptoren, peripheren Nerven, Rückenmark und Gehirn steuern dieses System und vermitteln die komplexen Vorgänge der Mundbewegungen, der Zahn- zu Kieferpositionen und der Muskelaktivität der Kaumuskulatur.
Kiefergelenksbeschwerden

Störungen in einer oder mehrerer Komponenten dieses Systems bezeichnet man weitläufig als „Cranio-mandibuläre Dysfunktion“ (CMD).

So kann zum Beispiel schon privater oder beruflicher Stress Zähneknirschen (Bruxismus) auslösen, eine einfache Form der CMD. Eine Kombination von Muskelschmerzen und Kiefergelenkschmerzen bezeichnet man als „Myarthropathie“. Typische Beschwerdebilder des Kiefergelenkskomplexes stellen sich weiterhin in unterschiedlicher Ausprägung von Kiefergelenksschmerzen über Kiefergelenksknacken, Diskusverlagerungen und -Schädigungen bis hin zur schwerwiegenden Arthrose dar. 

Therapie

Die Therapie von Kiefergelenksbeschwerden unterscheidet in konservative und in chirurgische Ansätze.

Konventionelle Therapien erstrecken sich von der manuellen Therapie bis zur Schienenbehandlung mittels speziell angefertigter Aufbiss-Schienen.

Chirurgische Behandlungsmöglichkeiten folgen meist einem Stufenschema mit

  • Arthrozentese/Lavage (Spülungen)
  • Arthroskopie (Endoskopie)
  • offenen Kiefergelenksoperationen bis zum Kiefergelenksersatz


Bitte informieren Sie sich bei uns über die individuellen Behandlungsmethoden.